Mit Gisela Muschiol: Im Juni 2025 wurde Ottos Grab in Magdeburg geöffnet. Otto der Große der erste Kaiser aus Ostfranken, also dem späteren Deutschland, liegt im Chorraum des Magdeburger Doms in einem weißen Sargkophag aus Stein und Marmor begraben. Weil der Sargkophag nun Risse bekommen hat, wollen die Denkmalschützer alles tun, um die Überreste Ottos zu erhalten und zu untersuchen. Die 300 Kilogramm schwere Marmorplatte wurde abgehoben und der Holzsarg darunter geöffnet. In dem Holzsarg fand man die Gebeine eines 1,78 Meter großen Mannes, der in seinem Leben viel geritten ist.

Das spannenste Skelett Europas wird jetzt eingehend untersucht. Zunächst soll per DNA-Test geprüft werden, ob es sich tatsächlich um Otto den Großen handelt. Der Schädel ist so gut erhalten, dass die Experten dann sein Gesicht rekonstruieren werden. In ein- bis anderthalb Jahren werden wir wahrscheinlich Otto dem Großen in die Augen schauen können.


Wenn die wissenschaftlichen Untersuchungen abgeschlossen und der Sargkophag für die nächsten Jahrhunderte gesichert ist, werden die Gebeine Ottos mit einem Gottesdienst erneut im Magdeburger Dom begraben. Dann wird er wieder an seinem seit Jahrhunderten angestammten Platz liegen.

In der Podcastfolge spreche ich mit Prof. Dr. Gisela Muschiol nicht nur über Otto und seine wichtige Rolle in der deutschen Geschichte, sondern auch über seine zweite Frau Adelheid.

Ohne sie wäre er wohl nicht König von Norditalien und schließlich zusammen mit ihr im Jahr 962 römischer Kaiser geworden. Das Paar verstand sich als die weltlichen Herrscher der Christenheit. Doch wie weit klafften Anspruch und Wirklichkeit auseinander? Was bedeutete der Kaisertitel im frühen Mittelalter? Schufen sie ein unregierbares Reich?
Darüber sprechen wir in dieser Podcastfolge. Hört mal rein!


