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#19 Der Gang nach Canossa – Heinrich IV.

Mit Gisela Muschiol: Der Gang nach Canossa. Die berühmteste Entschuldigung in unserer Geschichte.  Kein deutsch-römischer König oder Kaiser vor ihm oder nach ihm hat jemals wieder so eine Abbitte geleistet. Heinrich IV. stand barfuß im Schneegestöber vor den Toren der Burg Canossa und flehte um Verzeihung. Der Papst war so vergrätzt, dass er den bibbernden Heinrich ganze drei Tage lang im Schnee warten ließ. Warum machte sich der König im Januar 1077 so klein? Und war der Gang nach Canossa eine blamable Niederlage für Heinrich oder vielleicht ein genialer Schachzug?

Als Papst Gregor VII. hörte, dass der exkommunizierte König sich kurz nach Weihnachten durch die Alpen kämpft, um ihn zu treffen, suchte er Schutz. Deshalb floh Gregor zur mächtigsten Frau Norditaliens: Mathilde von Canossa. Ihre Burg bot Schutz, aber nicht viel Platz…

Weltgeschichte auf kleinem Raum! Der Burghof, wo König Heinrich IV. in Sandalen und Büßergewand drei Tage lang um Verzeihung bat, ist erstaunlich eng.

Taken from [1], Public domain, via Wikimedia Commons

Heinrich regierte nach Canossa noch 28 Jahre lang. Er vertrieb Papst Gregor VII. aus Rom und ließ sich von einem Gegenpapst zum Kaiser krönen. Die Demutsgeste von Canossa war ein genialer Schachzug sagt Prof. Dr. Gisela Muschiol. Mit ihr spreche ich über das Leben von Heinrich IV., wie man einen Papst mit seinen eigenen Waffen schlägt und wer der kurz- und langfristige Gewinner war…

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