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#18 Die Salier treten an: Konrad II.

Das Bild zeigt die Grabkrone Konrad II.. Sie wurde bei der öffnung des mittelalterlichen Grabes entdeckt in Speyer entdeckt. Sie ist nicht verziert oder mit Edelsteinen geschmückt. Der runde Metallstreifen mit einem Kreuz an der Stirnseite zeigt aber unmissverständlich eine Krone an.

Mit Bernd Schneidmüller: Im Jahr 1024 entschieden sie sich die Großen des Reiches für einen Neustart. Diesmal kein Norddeutscher Sachse, sondern ein Adeliger aus einer alten fränkischen Familie. Sie stammte vom Mittelrhein: Die Salier hatten in dem Dreieck zwischen Worms, Speyer und Lautern ihre Heimat.

Die Wahl fand in „Kamba“ statt. Einem Ort am hessischen Rheinufer, der längst untergegangen ist.

© Bernd Schneidmüller

Die Salier waren altehrwürdiger Adel, dem allerdings deutlich weniger eigenes Land, Gefolgsleute und Pfalzen zur Verfügung hatte, als die Sachsen. Mit einem Wort: Die Salier waren nicht so reich, wie ihre Vorgänger. Um zu regieren, waren sie auf die königliche Struktur aus Pfalzen und Bischofssitzen angewiesen, die die Ottonen aufgebaut hatten. Daraus entstand ein Dauerkonflikt. Was genau steht einem neugewählten König zu und was muss er selbst mitbringen? Und was darf er bestimmen?

Vier Könige stellten die Salier in ihrer hundertjährigen Regierungszeit. Von hünenhafter Gestalt waren sie als gnadenlose Machtmenschen verschrien, die durchsetzungsstark, humorlos und unerbittlich regierten.

Der Dom zu Speyer von der Westseite fotografiert. Ein monumentaler mittelalterlicher Bau mit vier Türmen, einem großen Querschiff und dem halbrunden Chor. Er ist aus rötlichem Sandsteingebaut. Die Kupferdächer bilden mit ihrer grünen Patina einen schönen farblichen Kontrast.

Konrad II. schuf eine neue kaiserliche Grablege im Reich: Speyer. Zeitgenossen beschrieben es als „Kuhdorf“. Die Salier bauten in ihrer Heimat die größte Kathedrale der Christenheit. In der Krypta kann man noch heute die Gräber der salischen Königs- und Kaiserpaare bestaunen.

In der Krypta, der Unterkriche im Dom zu Speyer sind die Stein Sarkophage der salischen Kaiser und Kaiserinnen zu sehen.

In der Mitte, hinter der Säulenreihe, ist das Grab Konrad II. Rechts neben ihm ist die letzte Ruhestätte seiner Frau Kaiserin Gisela. Links von ihm liegen seine Nachfolger Heinrich III. und Heinrich IV.

Die Kronen sind bei Konrad II. ein wichtiges Thema. Oben seht Ihr seine Grabkrone, ausgestellt im Domschatz von Speyer. Konrad II. war der erste deutsch-römische König und Kaiser, der mit einer Krone beerdigt worden ist. Möglicherweise war er auch der Schöpfer der berühmten Reichskrone, die noch heute in Wien in der Schatzkammer zu sehen ist. Die goldene Krone ist überaus prächtig mit Perlen und Edelsteinen geschmückt. Zugleich ist sie praktisch konzipiert, denn Scharniere sorgen dafür, dass man die Krone zusammenklappen kann. Für einen Reisekaiser, der ständig unterwegs ist, eine wichtige Voraussetzung. Der Bügel, der die Krone überragt trägt die Inschrift: Konrad.

Reichskrone mit Bügel.
MyName (Gryffindor) CSvBibra(Gryffindor) CSvBibra, Public domain, via Wikimedia Commons

Konrads Sohn, Heinrich III., hatte einen anderen Lieblingsort. Eine Pfalz im sächsischen Herzland: Goslar. Heinrich III. ließ die Kaiserpfalz, zum größten Profanbau jenseits der Alpen ausbauen. Doch auch diese Maßnahme festigte seine Herrschaft nicht. Er entkam nur knapp mehreren Mordanschlägen.

Bild von der Kaiserpfalz in Goslar. Mit dem Rücken zur Kamera stehen zwei Besucher und betrachten das Bauwerk.

Der Sohn Heinrichs III., Heinrich IV., kam in der Kaiserpfalz in Goslar zur Welt. Im Alter von drei Jahren ließ sein Vater ihn  von den Großen des Reiches zum zukünftigen König wählen. Bei dieser Gelegenheit zeigte sich, wie misstrauisch bis zerrüttet Heinrichs III. Verhältnis zu seinem Hochadel inzwischen war. Die Großen des Reiches stellten eine Bedingung: Sie würden dem Jungen als König nur treu sein, wenn er „ein gerechter Herrscher werde“. Der Umkehrschluss macht deutlich, welche andere Erfahrungen sie mit dem Vater schon gemacht hatten.

Über die Schwierigkeiten, eine neue Königsdynastie aufzubauen, die gleichzeitig auf Kontinuität setzt, spreche ich mit Prof. Dr. Bernd Schneidmüller.

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