Mit Christina Lutter und Andreas Zajic: Maximilians Heiratspolitik legte den Grundstein für den Aufstieg der Habsburger zur Weltmacht. War das Glück oder folgte er einem Masterplan?
1494 heiratete Maximilian ein zweites Mal. Er nahm Bianca Maria Sforza aus einer reichen Mailänder Familie zur Frau. Die Eheschließung hatte zwei handfeste Gründe: Die Stärkung seiner Machtstellung in Norditalien und Geld: Bianca brachte 400.000 Gulden mit in die Ehe. Zur Feier des Augenblicks ließ Maximilian in Innsbruck das „goldene Dachl“ errichten.


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Für die Ehen seiner Kinder setzte Maximilian ganz auf die spanische Karte. Er verheiratet seine Tochter Margarete an den spanischen Thronfolger und seinen Sohn Philipp an dessen Schwester Johanna.

Philipp wurde nur 28 Jahre alt. Die kurze Ehe mit Johanna von Kastilien war trotzdem kinderreich: Johanna gebar zwei Söhne und vier Töchter. Völlig unerwartet starb wenige Monate nach der Hochzeit Johannas Bruder, der spanische Thronfolger . Damit ging der Anspruch auf die spanische Krone auf Johannas und Philipps erstgeborenen Sohn Karl über. Maximilians Enkel Karl V. herrschte später über ein Reich, „in dem die Sonne nie unterging“.

Zwanzig Jahre nach der Doppelhochzeit seiner Kinder in Spanien zog Maximilian ein ähnliches Modell mit seinen Enkelkindern durch. Wieder eine Doppelhochzeit, diesmal mit Ungarn. Sie war der Höhepunkt des Fürstentages 1515 in Wien. Der Großvater Maximilian heiratete stellvertretend für seinen in Spanien weilenden Enkel Ferdinand die 12 jährige ungarische Prinzessin Anna.

Zusammen mit überraschenden Todesfällen sorgten die beiden Doppelhochzeiten dafür, dass die Krone Spaniens mit ihren Überseekolonien und auch die Krone Ungarns an das Haus Österreich fiel.

Diese Ölgemälde von 1515, dem Zeitpunkt der ungarsichen Doppelhochzeit, zeigt Maximilian in einer „unmöglichen“ Familienaufstellung. Abgebildet ist Maria von Burgund, die erste Ehefrau Maximilians, die zu diesem Zeitpunkt schon 33 Jahre tot war. Auch ihr gemeinsamer Sohn Philip, dem Maximilian hier in die Augen schaut, lebte schon neun Jahre nicht mehr, als dieses Bild gemalt wurde. Nur die beiden Enkel, die Maximilian im Arm hält, Ferdinand und Karl repräsentierten seine männliche Nachfolge. Bei dem jungen Mann rechts handelt es sich um seinen Schwiegersohn Ludwig, dem ungarischen Thronfolger.


