Die Fugger waren Geldgeber der Kaiser und Päpste. Sie gehörten zu den reichsten Menschen der frühen Neuzeit. Aus einem florierenden Augsburger Tuchhandel formte Jakob Fugger ein global agierendes Montanunternehmen: Bergbau, Verarbeitung, Bank, Handelshaus und Transportunternehmen, alles in einer Hand. Den Habsburger Königen und Kaisern lieh Jakob Geld und forderte im Gegenzug Bergwerksrechte. Der Montan Bergbau gehörte zu den neuen profitabelsten Geschäftsfeldern der frühen Neuzeut. Kupfer wurde weltweit gebraucht, um Kanonen zu giessen, und Quecksilber war für die Silberproduktion unerlässlich. Bald dominierten die Fugger diese Metallmärkte. Mit genialem Management bauten sie Wertschöpfungsketten vom Bergbau in Spanien, Ungarn und Tirol bis zur Auslieferung der Metalle nach Westafrika, Indien und Amerika auf. Aus den sprudelnden Gewinnen liehen Sie den Habsburgern erneut Geld, die ihnen dafür weitere Schürfrechte zugestanden. Selbst der Papst war ihr Schuldner. Jakob Fugger finanzierte die Bodyguards des Heiligen Vaters, die Schweizer Garde, und sorgte 1519 mit 860.000 Goldgulden dafür, dass Karl V. zum römisch-deutschen König gewählt wurde.

Nach außen hin, war der Stadtpalast der Fugger in Augsburg eher unprätentiös. Hinter der Straßenfront verbarg sich aber ein ganzens Stadtviertel mit glanzvollen Innenhöfen. Kaiser Maximilian und sein Enkel Karl V. haben hier gerne logiert.

Zu der reflektierten Lebensführung von Jakob Fugger gehörte auch die Gründung der Fuggerei. Damals waren es 67 Häuser für 150 Menschen. Die erste noch erhaltene Sozialsiedlung, in der noch heute Menschen Unterschlupf finden, die sich die aktuellen Mietpreise nicht leisten können. Die Hausordnung ist 500 Jahre alt und noch gültig: Wer dort wohnen will muss katholisch sein, jeden Tag dreimal für das Seelenheil von Jakob Fugger beten und einmal im Jahr die Miete bezahlen: 88 Cent.

Mechthild Isenmann, Professorin für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte an der Uni Leipzig, frage ich, warum Jakob Fugger seinen zeitgenössischen Konkurrenten so weit voraus war. Was war das Erfolgsgeheimnis des Weltunternehmers aus Oberschwaben?


