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#63 Der Westfälische Frieden

Mit Herfried Münkler:

Bis es zum Westfälischen Frieden 1648 kam, erlitten die Menschen die verheerendste Phase des Dreißigjährigen Krieges. Nachdem die schwedische Armee aus Süddeutschland verdrängt wurde, trat Frankreich auf die Kriegsbühne. Das katholische Frankreich, angeführt vom Kardinal Richelieu verbündete sich mit dem protestantischen Schweden gegen den katholischen Kaiser.

Der Krieg tobte bereits seit 16 Jahren. Viele Regionen in Deutschland waren so zerstört, dass keine größeren Truppen zusammengezogen werden konnten. Die niedergebrannte Landwirtschaft konnte keine großen Einheiten ernähren. Viele Landstriche waren verwüstet, und die Menschen hungerten. Die Kleinkrigesführung dominierte den zweiten Teil den Dreißigjährigen Kriegs. Marodierende Söldner durchstreiften das Land. Frauen wurden vergewaltigt, Bauernhöfe geplündert und Felder angezündet. Der Krieg hatte sich verselbstständigt.

©Hans Ulrich Franck, Public domain, via Wikimedia Commons
©Sebastian Vrancx, Public domain, via Wikimedia Commons

Zu einer vorsichtigen Annäherung der Kriegsparteien kam es erst nach zwanzig Jahren. 1637 begannen die Gespräche. Im Hamburger Präliminarfrieden von 1641 einigten sich die Kriegsparteien auf einen auf einen Friedensprozess. Zunächst wurden die zukünftigen Verhandlungsorte, Verfahrensfragen und die Teilnehmer geklärt. Mit Friedenskongressen in Osnabrück und Münster sollten sowohl der Krieg in Deutschland als auch der Krieg zwischen Spanien und den Niederlanden beendet werden. Also eine europäische Friedensinitiative.

Allerdings gab es zwei Haken: Schon die Vorverhandlungen dauerten Jahre. Und: Während des gesamten Friedensprozesses wurde weitergekämpft. Für einen Waffenstillstand reichte das Vertrauen nicht. Man wollte zwar Frieden, kämpfte aber jahrelang weiter.

Zum Leidwesen des Kaisers erzielten die schwedischen Truppen mit einem neuen Heerführer große Erfolge und auch den französischen Truppen gelang es, immer tiefer nach Bayern vorzudringen. Der Kaiser musste mit weiteren Niederlagen rechnen. Aber auch für die Schweden und die Franzosen wurde es immer teurer, Krieg in einem bereits verwüsteten Land zu führen.

©Rolf Kranz, CC BY-SA 4.0 , via Wikimedia Commons
©Dietmar Rabich / Wikimedia Commons / “Münster, Historisches Rathaus — 2014 — 6855” / CC BY-SA 4.0

Für die Friedensverhandlungen sortierten sich die Teilnehmer nach ihrer Konfession. Die schwedische Seite und die protestantischen Kriegsteilnehmer trafen sich in Osnabrück (oben links) und die Franzosen verhandelten katholischen Münster. (oben rechts).

Der Dreißigjährige Krieg war nicht nur ein Religionskrieg. Es ging genauso um Machtinteressen im Reich und um europäische Geopolitik. Zusätzlich hatte man hatte sich vorgenommen, auch den Krieg zwischen Spanien und seinen ehemaligen Niederlanden zu beenden.  Da kreuzten sich viele unterschiedliche Interessen von vielen unterschiedlichen Akteuren an vielen Verhandlungstischen.

Die tatsächlichen Friedensverhandlungen wurden erst 1644 aufgenommen. Das Gemälde zeigt die Anreise des niederländischen Botschafters nach Münster.

©Monogrammist G.V.H., Public domain, via Wikimedia Commons

16 europäische Staaten und 140 Reichsstände aus dem Heiligen Römischen Reich verhandelten fünf Jahre miteinander.

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Entscheidend für den Friedensschluss nach war die Verhandlungsführung von Maximilian von Trauttmannsdorff. Der Chefunterhändler des Kaisers bewegte einerseits die kaiserliche Seite zu großen Zugeständnissen und setzte andererseits alle Verhandlungsteilnehmer durch seine vorzeitige Abreise unter Druck.

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Am 24. Oktober 1648 war es dann so weit: Der Westfälische Frieden wurde von Vertretern des Kaisers, des französischen Königs und der schwedischen Königin unterzeichnet und in Münster verkündet.

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Um die noch immer laufenden Kämpfe zu beenden, wurden Friedensboten an viele Orte des Reiches geschickt.

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Wie es schließlich gelang, eine Formel für den Frieden zu finden, und wer am Ende die Gewinner und die Verlierer waren, darüber spreche ich in dieser Episode mit dem Politologen Herfried Münkler.

Herfried Münkler ist Autor des Buches: „Der Dreißigjährige Krieg: Europäische Katastrophe, deutsches Trauma 1618-1648

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