Die Fugger waren Geldgeber der Kaiser und Päpste. Sie gehörten zu den reichsten Menschen der frühen Neuzeit. Aus einem florierenden Augsburger Tuchhandel formte Jakob Fugger ein global agierendes Montanunternehmen: Bergbau, Verarbeitung, Bank, Handelshaus und Transportunternehmen, alles in einer Hand. Den Habsburger Königen und Kaisern lieh Jakob Geld und forderte im Gegenzug Bergwerksrechte. Der Montan Bergbau…
Diese Woche hatte Harald Meller der Landesarchäologe von Sachsen Anhalt in einen Hörsaal der Uni-Klinik Magdeburg geladen und ich dachte, ich guck nicht richtig. Auf einem langen weißen Tisch lag ein sehr altes und sehr gut erhaltenes Skelett. Sollten das wirklich die über 1000 Jahre alten Knochen des ersten römisch-deutschen Kaisers sein? Seit der Graböffnung…
Mit Christina Lutter und Andreas Zajic: Den Übergang vom Mittelalter in die Neuzeit verkörpert kein römisch-deutscher Herrscher so gut, wie Maximilian. Die Zeitgenossen nannten ihn ehrfürchtig „den letzten Ritter“. Daran hört man schon, dass da etwas zu Ende geht und Maximilian das Ideal des Rittertums trotzdem hochhält. Und auf der anderen Seite zeigt sich ein…
Mit Christian Karl Frey: Die Burg: Wohnort, Schutzraum und Symbol der Macht. Neben dem Ritter ist die Burg das populärste Symbol des Mittelalters. Wahrscheinlich standen 30.000 Burgen in Deutschland, schätzt mein heutiger Gesprächspartner. Der Burgenbau schaute auf eine über 1000jährige Geschichte zurück, als die Kanone ihm ein Ende setzte. Die neue Waffe war die Disruption…
Mit Tobias Daniels: a.e.i.o.u. war sein rätselhaftes Markenzeichen. Kaiser Friedrich III. von Habsburg ließ die Buchstabenkombination überall anbringen. Schon seine Zeitgenossen rätselten warum. Bis heute weiß keiner, was sie genau bedeuten. Auch der Charakter des Kaisers bleibt rätselhaft. Jahrhundertelang schimpften ihn die Historiker die „Erzschlafmütze“ des Heiligen Römischen Reiches, weil er sich selten blicken ließ.…
Mit Carla Meyer-Schlenkrich: Der Mainzer Johannes Gutenberg hatte einen revolutionären Einfall. Er stellte einzelne Buchstaben aus Metall her, die er für jeden Text beliebig zu Wörtern, Sätzen und Absätzen zusammensetzen und wieder auseinandernehmen konnte. Von den Weinbauern seiner Gegend schaute er sich die Spindelpresse ab und mixte aus Leinöl und Ruß Druckerschwärze. Schon in seinen…
Mit Julia Burkhardt: Als Sigismund 1411 König wurde, war er 43 Jahre alt. Ein bewegtes Leben lag bereits hinter ihm. Seit 24 Jahren war er König von Ungarn und hatte gelernt, sich machtpolitisch durchzusetzen. Als römisch-deutscher König stellte er sich der Aufgabe, das große Schisma, also die Teilung der Kirche unter drei Päpste, zu überwinden.…
Mit Christian Oertel: Der römisch deutsche König Wenzel hält den Rekord an übler Nachrede unter den Königen und Kaisern in der deutschen Geschichte. Wenzel, der Sohn von Karl IV., regierte 22 Jahre lang das römisch-deutsche Reich. Zumindest sah er das so. Die Kurfürsten waren anderer Meinung und setzen Wenzel nach 22 Jahren ab. Die rheinischen…
Mit Gregor Rohmann: Was bleibt von Klaus Störtebeker und der Seeräuberromantik des Mittelalters, wenn man zeitgenössische Quellen erforscht? Die Vitalienbrüder waren Gewaltunternehmer zur See und keine sozialromantischen Freibeuter sagt Gregor Rohmann, Professor für die regionale Kulturgeschichte Mecklenburgs in Rostock. Jede Konfliktpartei auf der Ostsee konnte sie engagieren. Die dänische Königin genauso, wie die Mecklenburger Herzöge…